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Lehrfahrten |
Studienreise Sizilien - vom 24.-31.05.2006
Bund Rheingauer Weinbau-Fachschulabsolventen
Studienreise nach Sizilien vom 24.05. – 31.05.2006
Mittwoch, 24.05.2006
Fahrt mit dem Bus (Fa. Schmidt, Hattenheim) ab 2.20 !!! Uhr (Rüdesheim)
mit 50 Teilnehmern. Nachdem in Hochheim alle Teilnehmer zugestiegen waren,
fuhren wir dort pünktlich um 3.25 Uhr zum Frankfurter Flughafen ab.
Nach dem Einchecken und einer kleinen „Frühstückspause“
flogen wir gegen 5.30 Uhr mit Hapagfly 3469 nach Catania, wo wir gegen
8.00 Uhr landeten. Empfangen wurden wir von der Reiseleiterin Pia, die
uns für den ersten Tag zur Verfügung stand. Um 9.00 Uhr fuhren
wir nach Norden Richtung Messina nach Lingualossa, wo wir das Weingut
Azienda Agricola Gambino besuchten. Die Fahrt ging durch sehr schöne
Oliven-, Zitronen- und Pfirsichhaine zuerst östlich und später
nördlich des Ätna. Auf dem Weingut wurden wir von Francesco
empfangen, der für Marketing und Weinverkauf zuständig ist.
Das Weingut verfügt über 25 ha Rebflächen, wovon ca. 13
ha bestockt sind. Die Flächen liegen auf einem Höhenniveau von
bis zu 800 m über NN. Die Böden sind vulkanischen Ursprungs
und werden „Ripiddu“ genannt. Aufgrund der großen Wärmeunterschiede
zwischen Tag und Nacht während der Reifephase entstehen sehr aromatische
Weine.
Nach der Besichtung der Kellerei wurde uns folgende Weine zur Probe gereicht:
1) 2005 Bianca Sizilia „Feu D´0ru“, IGT, Cataratto,
Inzolia, Carricante, 4,80 €/Fl.
2) 2004 Etna „Tifeo Bianco“, DOC, Carricante, Cataratto, Minella,
6,60 €/Fl.
3) 2004 Rosso Sizilia „Feu D´0ru“, IGT, Gambina, Linguaglossa,
4,80 €/Fl.
4) 2004 Etna „Tifeo Rosso“, DOC, Nerello Mascalese, Nerello
Cappuccino, 7,80 €/Fl.
5) 2001 Etna „Cantari Rosso“, IGT, Nero D`avola, 8,40 €/Fl.
DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) kontrollierte
und garantierte Ursprungsbezeichnung (Herkunft)
DOC (Denominazione di Origine Controllata) = kontrollierte Ursprungsbezeichnung
IGT ( Indicatione Geografica Tipica) = Landwein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung
info@agrecolagambino.it
www.agricolagambino.it
Um 13.00 Uhr fuhren wir Richtung Catania nach Giardini - Naxos und checkten
im Hotel La Riva ein. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.
Um 19.00 gemeinsames Abendessen im Restaurant „Da Antonio“.
Donnerstag, 25.05.2006
Ab heute stand uns unser Reiseführer Mario Giangreco zur Verfügung.
Nach dem Frühstück um 7.30 Uhr fuhren wir um 8.30 Uhr mit dem
Bus zum Ätna, wo wir gegen 10.00 Uhr auf einer Höhe von ca.
2000 m über NN ankamen. Wir machten eine kleine Wanderung um den
„Silvester-Krater“ und konnten uns bis 11.30 hier aufhalten.
Besonders beeindruckend war die herrliche Aussicht über die ionische
Küste. Der Ätna ist ein aktiver Vulkan, was er stets durch weiße
oder dunkle Rauchfahnen unter beweis stellt. Der letzte Ausbruch fand
im Jahre 2004 statt. Nach der Abfahrt machten wir um 12.15 Uhr eine kurze
Rast in Zafferana Etnea und fuhren anschließend zum Weingut Casa
Vinicola „Barone de Villagrande“ in Milo. Wir wurden von der
Inhaberin, Frau Maria Asmundo, empfangen und geführt. Das Weingut
ist seit ca. 300 Jahren im Familienbesitz und gehört zum DOC-Gebiet
„Etna“. Die Rebflächen liegen 600 bis 650 m über
NN. Die Hauptrebsorten sind Carricante und Chardonnay (weiß) sowie
Nerello Mascalese und Merlot (rot). Die Höhenlage und der vulkanische
Boden lassen fruchtige und fein strukturierte Weine gedeihen. Seit 1989
ist das Weingut auf „ökologischen Anbau“ ungestellt und
im „Ecocert Italia“ organisiert. Was die Besatzdichte mit
Rebstöcken anbelangt, befindet sich das Weingut zur Zeit im Umbruch.
Die alten Rebanlagen mit 4000 bis 4500 Stöcken/ha werden auf 6000
Rebstöcke/ha umgestellt. Es wird generell 1 Bogrebe angeschnitten
und im Juni werden die Trauben ausgedünnt (grüne Lese).
Besichtigen konnten wir das historische Kelterhaus, da das Kellereigebäude
bei einem Erdbeben im Jahre 2002 zerstört wurde und derzeit neu gebaut
wird.
Weinprobe:
1) 2004 „Villagrande Etna Bianco“ DOC, 100 % Carricante
(autochtone Rebsorte) 12 % Alk., Ertrag 45 hl/ha, abgefüllt Februar
2005
2) „Fiore di Villagrande Etna Bianco“ DOC, 12 % Alk., 70 %
Carricante, 30 % Chardonnay, Ertrag 45 hl/ha, im Barrique gelagert, abgefüllt
9 Monate nach der Ernte
3) „Villagrande Etna Rosso“ DOC, 12,5 % Alk., 80 % Nerello
Mascalese, 20 % Nerello Mantellato und andere Rebsorten, Ertrag 40 hl/ha,
7 Monate Barrique, anschließend Lagerung in Edelstahltanks, abgefüllt
24 Monate nach der Ernte.
4) „Sciara di Villagrande“ IGT, 13,5 % Alk., Cuvée
aus Merlot, Nerello Mascalese und anderen Rebsorten, Ertrag 40 hl/ha,
Gärung im Edelstahltank, 9 Monate Barrique, abgefüllt 24 Monate
nach der Ernte.
5) „Passito Villagrande“ DOC (Dessertwein), Herkunft Ionische
Inseln, Gewinnung durch Lufttrocknung der Trauben in ca. 10 Tagen (Rosinen),
14 % vorhandener und 18 % Gesamt-Alkohl, Restzucker 110 g/l, 95 % Malvasia
delle Lipari und 5 % Corinto Nero, Ertrag 25 hl/ha, abgefüllt 9 Monate
nach der Ernte.
Nach der Weinprobe konnten wir uns mit Antipasti und einem Nudelgericht
stärken und fuhren um 14.45 Uhr Richtung Catania. Auf besonderen
Wunsch wurde ein zusätzlicher Programmpunkt, die Besichtung der Stadt
Taormina, aufgenommen. Dieser Ort wird mit Recht auch „Zipfel des
Paradieses“ genannt. Höhepunkt ist das antike „Teatro
Greco“, von wo man einen einmaligen Blick auf den Ätna und
das tiefblaue Meer hat. Einen Besuch wert war auch die Flaniermeile der
Stadt, der “Corso Umberto“, der sich zwischen den beiden Stadttoren
Porta Messina und Porta Catania befindet. Sehenswert sind weiterhin der
„Palazzo Corvaja“, das „Odeon“, der mittelalterliche
Dom sowie die Aussichtsterasse „Piazza IX Aprile“. Um 18.00
Uhr fuhren wir zurück zum Hotel. Alle waren sich einig, dass Taormina
ein tolles Erlebnis und als „Pflichtprogrammpunkt“ zu jeder
Sizilienreise gehört. Um 19.00 gemeinsames Abendessen im Restaurant
„Da Antonio“.
info@villagrande.it
www.villagrande.it
Freitag, 26.05.2006
Nach dem Frühstück ab 7.30 Uhr Abfahrt mit dem Bus um 8.30
Uhr nach Catania.
Die Stadt wurde im 17. Jhdt. durch einen Vulkanausbruch und durch Erdbeben
vollständig zerstört und im 18. Jhdt. nach den Vorbildern des
römischen Barock wieder aufgebaut. Bei einer Stadtrundfahrt konnten
wir uns einen ersten Überblick verschaffen. Dreh- und Angelpunkt
der Stadt ist der „Piazza Duomo“, auf dem wir uns vor der
Dombesichtigung versammelten. Von der ursprünglich normannischen
Wehrkirche sind nur die Apsiden und das Querschiff erhalten. Die beiden
Kapellen im Querschiff stammen aus der Normannenzeit. In der rechten Apsis
befindet sich die prunkvolle Kapelle der heiligen Agata sowie das Grab
des berühmtesten Sohnes der Stadt, dem Komponisten Vincenco Bellini.
Nach der Besichtigung des Domes war Gelegenheit, den Fischmarkt zu besuchen,
wo es für Augen, Ohren und Nase vieles Interessante zu entdecken
gab. Um 11.00 Uhr fuhren wir weiter Richtung Syrakus. Nachdem wir einen
kurzen Zwischenstop in einer Raststätte hatten, nahmen wir unser
Mittagsessen während einer kurzen Kreuzfahrt vor Syrakus ein. Für
Speisen, Wasser und Wein war ausreichend gesorgt.
Um 14.15 stieß unser Stadtführer für Syrakus zu uns. Zu
Beginn hatten wir eine Führung im „Duomo S. Maria delle Colonne“.
In der Antike stand hier der Athena-Tempel. In der frühchristlichen
Zeit wurde der Tempel in eine dreischiffige Basilika umgebaut. Mit dem
Wiederaufbau nach dem Erdbeben von 1693 erhielt der Dom auch seine heutige
Fassade. Danach besichtigten wir die „Quelle der Arethusa“,
eine Süßwasserquelle, die direkt neben dem Meer entspringt
und die Überreste des „Apollo-Tempels“, dem ältesten
dorischen Ringhallentempel Siziliens. Krönender Abschluss war die
Besichtigung des Archäologischen Parks. Das „Teatro Greco“
ist mit einem Durchmesser von 138 m und ca. 15000 Sitzplätzen neben
dem Theater von Athen das größte Theater der antiken Welt.
Anschließend gingen wir durch die „Latomie del Paradiso“,
Steinbrüche, in denen seit dem 6 Jhdt. v. Chr. der Kalkstein für
die monumentalen Bauten der Stadt geschlagen wurde. Beeindruckend war
auch das „Ohr des Dionysios“ eine 23 m hohe, wie ein Ohr geschwungene
Grotte. Sie wurde in jahrzehntelanger Arbeit von Sklaven aus dem Fels
gehauen und ist ein akustisches Wunder. Zum Abschluss besichtigten wir
noch den „Altar Hierons“, der 198 m lang und 22,8 m breit
ist sowie das „römische Amphitheater“, ein ellipsenförmiger
Bau aus dem 1. Jhdt. n. Chr. Dieser riesige Bau hat fast die Abmessungen
des Kolosseum in Rom oder der Arena in Verona. Um 17.15 fuhren wir zurück
zum Hotel und nahmen um 20.00 Uhr unser gemeinsames Abendessen ein.
Samstag, 27.05.2006
Nach dem Frühstück um 7.00 Uhr hieß es um 8.15 Koffer
verladen. Pünktlich (wie immer) fuhren wir um 8.30 Uhr die Autobahn
Richtung Westen und bogen bei Munilello auf die Straße 117 b Richtung
Gela ein. In der Nähe von Piazza Armerina liegt de „Villa del
Casale“, auch „Römische Villa“ genannt. Sie wurde
am Ende des 3. Jhdt. erbaut und wurde im 12. Jhdt. von einem Erdrutsch
verschüttet. Damit wurde der Bau vor weiterer Zerstörung geschützt
und erst 1950 mit systematischen archäologischen Ausgrabungen ans
Tageslicht geholt. Die Villa hat 3500 qm Grundfläche. Die Einzigartigkeit
(Weltkulturerbe) ist in den Bodenmosaiken begründet, die von nordafrikanischen
Künstlern geschaffen wurden. Bis heute ist nicht sicher, wem die
Villa gehörte. Kaiser Maximilian, einem Mitregenten von Kaiser Diokletian,
einem Gouverneuer von Sizilien oder gar einem hohen Regierungsbeamten.
Gegen 12.45 fuhren wir weiter zum Weingut Valle del Acate in Acate, Provinz
Agusa. Hier wurden wir von Kellermeister Enzo empfangen. Das Gut wurde
von der Familie Jacono Ende des 19. Jhdt. gegründet und produzierte
anfänglich nur Trauben. Es wird heute in der 6. Generation von Gaetana
Jacono geführt. Die bewirtschaftete Rebfläche beträgt ca.
100 ha und die Jahresproduktion durchschnittlich 600.000 Liter. Die DOC-Region
Cerasuolo die Vittoria wurde als erste Rotweinregion Italiens 1973 als
DOC-Gebiet klassifiziert. Die wichtigsten Rebsorten sind: Insolia und
Chardonnay (weiß) sowie Frappato, Nero d’Avola, Syrah und
Merlot (rot).
Wir besichtigten das historische Kelterhaus, das als Museum eingerichtet
ist. Die Kellerei konnte uns nicht gezeigt werden, da hier angeblich Umbaumaßnahmen
stattfinden. Einige von der Gruppe konnten später einen Blick in
das Tanklager werfen. Es waren keinerlei Baumaßnahmen festzustellen.
Weinprobe:
1) 2005 „Valle dell’Acate Insolia“, IGT, 100 % Insolia,12,5
% Alk., Ertrag 60 hl/ha, 4 Monate Edelstahltank, abgefüllt Februar
2006, Preis 4,50 €/Flasche
2) „Valle dell’Acate Bidis“, IGT, 13,5 % Alk., Chardonnay
und Insolia, Ertrag 45 hl/ha, 6 Monate Edelstahltank, 6 Monate Barrique,
Preis 9,60 €/Flasche
3) „Valle dell’Acate il frappato“, IGT, 13,0 % Alk.,
100 % Frappato, Ertrag 55 hl/ha, 6 Monate in Edelstahltanks, Preis 5,00
€/Flasche
4) „Valle dell’Acate cerasuolo die vittoria“ DOC, 13,5
% Alk., Nero d’Avola 60 %, Frappato 40 %, Ertrag 53 hl/ha, 6 Monate
im Edelstahltank, 6 Monate Barrique,
5) „Valle dell’Acate il moro“, IGT, 13,5 % Alk., 100
% Nero d’Avola, Ertrag 45 hl/ha, 9 Monate im Edelstahltank, Preis
7,50 €/Flasche.
www.valledelacate.com
info@valledellacate.com
Weiterfahrt 15.30 Uhr, Ankunft und einchecken im Hotel Akrabello in Agrigento
17.30 Uhr. 19.30 Uhr gemeinsames Abendessen.
Sonntag, 28.05.2006
Abfahrt 8.30 Uhr. Kurze Fahrt in das Tempeltal und Besichtigung der
„Valle die Templi“. Bei sommerlich heißen Temperaturen
machten wir eine Wanderung von ca. 3 km durch das Tempeltal. Es handelt
sich um einzigartige griechische Tempel, die zu den am besten erhaltenen
in der der Welt zählen und zu der antiken Stadt Akragas gehörten.
Am östlichsten und höchsten Punkt der Anlage steht der „Hera-Tempel“,
der zwischen 460 und 440 v. Chr. erbaut wurde. Es ist ein klassischer
griechischer Tempel mit 6 Säulen an den Schmal- und 13 Säulen
an den Längsseiten. Welchem Gott er gewidmet war, ist heute nicht
gesichert. Er diente als Opfertempel. Der nächste Tempel auf dem
Rundgang war der „Concordia-Tempel“. Er wurde um 425 v. Chr.
erbaut und ist einer der vollständigsten Tempel in der griechischen
Welt. Er ist deshalb so gut erhalten, weil er im 7. Jhdt. in eine christliche
Basilika umgebaut wurde. Dabei wurde die Cella durchbrochen und zu Arkaden
umgestaltet. Wie in solchen Fällen üblich wurde auch der Eingang
von der Ost- auf die Westseite verlegt. Vorbei an frühchristlichen
Nekropolen gelangten wir dann zum „Herakles-Tempel“. Er wurde
um 500 v. Chr. erbaut und Anfang des 20 Jhdt. teilweise wieder aufgebaut.
Von dem größten Tempel, dem „Tempel des olympischen Zeus“,
ist nur noch ein Trümmerfeld vorhanden. Er hatte ein gigantisches
Maß von 57 x 113 m. Der Hera-Tempel hätte 9 x in ihm Platz
gefunden.
Um 10.30 fuhren wir weiter der Südküste entlang nach Selinunt.
Hier besichtigten wir das Ausgrabungsgebiet, das erst im 16. Jhdt. wieder
entdeckt und Anfang des 19. Jhdt. ausgegraben wurde. Da bis heute nicht
geklärt ist, welchen Göttern die Tempel geweiht sind, werden
sie mit Buchstaben bezeichnet. Glanzpunkt ist der zwischen 470 und 450
v. Chr. errichtete Tempel E. Er war vermutlich der Göttin Hera gewidmet
und ist im Stil eines dorischen Ringhallentempels erbaut. Rechts vom Heratempel
liegen die Überreste des zwischen 560 und 540 v. Chr. errichteten
Tempels F, der auch Athena-Tempel genannt wird. Der Tempel G gehört
zu den größten dorischen Ringhallentempel der griechischen
Welt (110 x 50 m). Er befand sich beim Einfall der Karthager im Jahre
409 v. Chr. noch im Rohbau. Heute ragt nur noch ein einziger Säulenstumpf
in den Himmel.
Gegen 13.00 Uhr fuhren wir an den Strand von Marinella, wo wir eine Mittagspause
einlegten. Um 14.30 fuhren wir hier wieder ab und erreichten gegen 15.00
Uhr Marsala. Hier besichtigten wir die 1833 gegründete Kellerei „Cantine
Florio“. Sie gehört zum Cincano-Konzern. Frau Aurora führte
uns durch die „Keller“, die ebenerdig sind und deren Temperatur
durch ein raffiniertes Belüftungssystem reguliert werden. Die Lagerung
erfolgt ausschließlich in Holfässern zwischen 300 und 60.000
l. Die Jahresproduktion liegt bei 5 Mio. l. Es werden überwiegend
die Trauben der Rebsorten Grillo, Insolia, Cataratto und Latina verarbeitet
und zu 100 % zugekauft. Die Herstellung der Dessertweine erfolgt nach
den Regeln der 1985 eingeführten DOC-Richtlinien. Nach der Gärung
wird den Grundweinen Branntwein zugesetzt, und der Alkoholgehalt von ca.
13 % auf 17 bis 19 % erhöht. Außerdem wird durch Zusatz von
unvergorenem Traubensaftkonzentrat ( mistella oder mosto cotta) der gewünschte
Zuckergehalt eingestellt. Anschließend reift der Marsala in nicht
vollständig gefüllten Holzfässern (Luftzutritt, Oxydation)
je nach Qualität zwischen 1 und 10 Jahren und wird goldgelb bis bernsteinfarben.
Weinprobe:
1) 2005 „Glicine“ IGT, weiß, ohne Rebsortenangabe
2) 2005 „Oniris“ DOC, Grillo und Insolia
3) 2005 „Corvo Bianco“ IGT, Insolia und Grecanico, 11,5 %
Alk.
4) 2005 „Corvo Rosa“ IGT, Selecione di Nerelli Siciliani,
12,5 % Alk
5) 2002„Vechiflorio Vino Marsalla Superiore“, 18,2 % Alk.
6) 2003 „Grecale Rosso“, Vino Marsalla, 100 % Pignatello,
15,5 % Alk., 110 g/l Restzucker. Herstellung: Vergärung des Pignatello-Mostes
auf ca. 5,5 % Alk., Zusatz von Branntwein bis 16 % Alk., Unterbrechnung
der Gärung, Einstellung des Zuckergehaltes auf 110 g/l mit Traubensaftkonzentrat,
Holzfasslagerung
7) 2005 „Grecale Moscato Sizilia“,15,5 % Alk., 120 g/l Restzucker
17.00 Uhr Abfahrt nach Palermo-Terassini, Ankunft im Hotel Cala Rossa
um 18.15 Uhr, anschließend Einchecken. Gemeinsames Abendessen 19.30
Uhr.
Montag, 29.05.2006
Um 8.30 Uhr Fahrt zur nord-westlichen Spitze von Sizilien in die Stadt
Erice. Die Stadt liegt auf einer Bergspitze auf 751 m Meereshöhe.
Er wird Liebesberg genannt, da Priesterinnen durch Ausübung der „heiligen
Tempelprostitution“ der Göttin Venus (Griechen) bzw. Aphrodite
(Römer) huldigten. Als erstes besichtigten wir die zinnbekrönte
Kirche „Chiesa Matrice“. Sie wurde Anfang des 14. Jhdt. aus
den Steinen des Aphrodite-Tempels erbaut. Bemerkenswert ist das gotische
Portal und die filigrane Fensterrose. Vorbei am Stadtpark gelang man zu
den normannischen Festungsanlagen. Von hier aus hat man einen gigantischen
Blick auf den Monte Cófano bei San Vito Lo Capo, auf das sichelförmige
Trápani und auf die Ägadischen Inseln. Um 1.00 Uhr Abfahrt
nach Trápani, wo in der Altstadt Gelegenheit zum Mittagessen bestand.
Um 14.45 ging es weiter Richtung Palermo, um in Segesta den „Segesta-Tempel“
zu besichtigen. Da die Temperatur 30 ° C deutlich überschritten
hatte und die Besichtigung mit einem längeren Fußmarsch verbunden
war, zogen es einige aus unserer Reisegruppe vor, im Schatten eines Restaurants
einen Kaffee zu trinken oder sich mit einem kühlen Getränk zu
erfrischen. Der Rest machte sich auf den Weg und wurde mit der besterhaltenen
griechischen Kultstätte Siziliens belohnt. Der Tempel verkörpert
das klassische Ideal des griechischen Tempelbaues. (Dorischer Ringhallentempel
mit 6 Säulen an der Schmal- und 14 Säulen an der Längsseite)
Die Säulen verjüngen sich flaschenhalsförmig und sind leicht
nach innen geneigt. Der Tempelunterbau ist leicht gekrümmt und hat
seinen höchsten Punkt im Zentrum des Baus. Durch diese architektonischen
Finessen ergibt sich optisch der Eindruck perfekter Harmonie. Einmalig
ist dieser Tempel auch, weil er im Rohbau aufgegeben wurde und so einen
Einblick in die Entstehung des Tempelbaus gewährt. 16.00 Uhr Rückfahrt,
Ankunft im Hotel 16.45 Uhr. Gemeinsames Abendessen 19.30 Uhr.
Dienstag, 30.05.06
8.30 Abfahrt nach Palermo. 11 Personen unserer Reisegruppe sahen sich
in der Stadt auf eigene Faust um und stießen um 14.00 Uhr wieder
zu uns. Ab 10.00 Uhr Stadtführung mit Mauricio. Bei einer kurzen
Rundfahrt sahen wir das Opernhaus, den Quattro Canti (Altstadtmitte),
den Corso Vittorio Emanuele, die Universität, den Palazzo Reale und
den Normannenpalast (Parlamentssitz). Anschließend erfolgte die
Führung durch den Dom. Dieser wurde Ende des 12. Jhdt. anstelle einer
großen Moschee errichtet. Spätere Umbauten haben den normannischen
Ursprungsbau fast völlig verdeckt. Ende des 18. Jhdt. erfuhr der
Dom die radikalste Veränderung, als die monumentale Kuppel erbaut
wurde und der dreischiffige Innenraum klassizistisch umgestaltet wurde.
In der Seitenkapelle nahe des Eingangs befindet sich der Sarkophag des
Staufenkaisers Friedrich II. Rechts von ihm liegt sein Vater Heinrich
VI. Anschließend fuhren wir mit dem Bus nach Monreale. Nach einem
kleinen Fußmarsch bergan trafen wir uns auf dem Domplatz. Auf dem
3oo m hohen Monte Reale ließ ab dem Jahre 1172 der normannische
König Wilhelm II. einen Dom errichten. Hinzu kamen ein Benediktinerkloster
und ein Königspalast. Der Dom bildet mit seiner arabisch-normannischer
und romanischer Baukunst das Herzstück des Ortes Monreale. Überwältigend
ist die Pracht der über 6000 qm großen goldgrundigen Mosaiken.
Auf 42 Bildfeldern wird die Geschichte des alten und neuen Testamentes
dargestellt. Diese wurden zwischen dem 12. und 13. Jhdt. von sizilianischen
und venezianischen Mosaikkünstlern gefertigt. Nach der Dombesichtigung
gingen wir zum Busparkplatz und hatten anschließend in Palermo von
13 – 14.00 Uhr Zeit zur freien Verfügung.
Um 14.00 Uhr fuhren wir von Palermo Richtung Sciacca nach Camporeale.
6 km außerhalb liegt das Weingut „Tenuta Rapitalá“.
Dort wurden wir begrüßt vom Inhaber, Herrn Laurent Bernard
de la Gatinais. Er ist der Sohn des Französischen Vaters und der
Sizilianischen Mutter. Das Gut wurde 1968 gegründet und verfügt
über 200 ha Rebflächen, wovon derzeit 148 ha bestockt sind.
Alle Flächen befinden sich im Eigentum. Im Jahre 1969 wurde der Region
das DOC Alcamo zuerkannt. Ab 1977 wurde auch Wein in Flaschen abgefüllt.
Bis zum Jahre 1999 war das Weingut im Familienbesitz und wurde danach
in eine Holding, die „Grupo Italiani Vini“ überführt.
(Jahresproduktion 75 Mio.!!! Flaschen) Die Weinberge liegen zwischen 300
und 600 m über NN und sind so angelegt, dass alle mit dem Traubenvollernter
gelesen werden können. Dies geschieht auch bis auf die Rebsorten
Chardonnay und Pinot Nero, die generell mit der Hand gelesen werden. Zusätzlich
zur eigenen Ernte werden die Trauben von 300 ha Rebflächen aus der
Umgebung zugekauft. Die Gesamtjahresproduktion beträgt 3,2 Mio. Flaschen.
Dies entspricht einem Durchschnittsertrag von ca. 55 hl/ha.
Die Lese beginnt in der Regel in der 1. Augustwoche. Hauptaugenmerk ist
gesundes Lesegut und eine durchgängige Kühlung auf 12 °C.
Alle Moste werden mit Reinzuchthefe vergoren. Obgleich das Weingut nicht
zertifiziert ist, sind alle Produktionsschritte von der Traubenproduktion
bis zum Vertrieb dokumentiert. Auch die einzelnen Produktionsschritte
beim Weinausbau werden analytisch festgehalten. Das Barriquelager ist
klimatisiert und liegt konstant bei 16 °C und 85 % Luftfeuchte. Die
Abfüllkapazität beträgt bis zu 50.000 Flaschen/Tag.
Weinprobe:
1) 2005 „Rapitalá Alcamo“ DOC, 100 % Cataratto,
mineralisch, feine Säure, 12,5 % Alk., Preis 5,00 €/Flasche
2) 2005 „Rapitalá Casaly“ IGT, 60 % Cataratto, 40%
Chardonnay, frisch, fruchtig,
13,5 % Alk., Preis 12,00 €/Flasche
3) 2004 „Rapitalá Chardonnay“ IGT, 100 % Chardonnay,
14,0 % Alk., Preis 18,00 €/Flasche
4) 2005 „Rapitalá Nero d’Avola“ IGT, 100 % Nero
d’Avola, 13,0 % Alk., Preis 5,00 €/Flasche
5) 2004 „Rapitalá Nadir“, IGT, 100 % Syrah, 13,5 %
Alk., Preis 12,00 €/Flasche,
20 % des Grundweines wurde mit biologischem Säureabbau ausgebaut,
der Rest ohne. Die Gesamtsäure beträgt 5,1 g/l.
6) 2003 „Rapitalá Hugonis“, IGT, Cabernet Sauvignon
und Nero d’Avola, 13,5 % Alk., Preis 25,00 €/Flasche
Nachdem – wie sich das gehört – alle Flaschen geleert
waren, wurde Herrn de la Gatinais sehr herzlich für den freundlichen
Empfang, die interessante Führung und die sehr gut Weinprobe gedankt
und ihm persönlich und für das Unternehmen alles Gute für
die Zukunft gewünscht.
Auf der Rückfahrt zum Hotel haben wir unseren Reiseleiter Mario am
Flughafen Palermo abgesetzt, da er eine andere Gruppe übernehmen
musste. Ihm wurde sehr herzlich für seine Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft,
Flexibilität und für sein breit gefächertes Wissen über
Geschichte, Kultur und Land und Leute gedankt. Ankunft im Hotel 18.45
Uhr, Abendessen 19.30 Uhr.
Mittwoch, 31.05.2006
Nach dem Verladen der Koffer um 8.45 Uhr fuhren wir pünktlich
um 9.00 Uhr in Richtung Palermo, Messina. Die Reiseleitung hatte für
diesen Tag wieder Pia übernommen. Um 10.30 Uhr machten wir einen
Zwischenstop in dem Badeort Cefalú. Hier besichtigten wir die Kathedrale,
deren Bau 1140 begonnen wurde und dessen Fertigstellung Jahrhunderte dauerte.
Es handelt sich um eine mächtige Wehrkirche mit Zwillingstürmen
und ist ein imposantes Beispiel normannischer Baukunst. Hervorzuheben
sind die Mosaiken im Altarraum, die zu den ältesten Siziliens gehören.
Einige besichtigten noch das „Arabische Badehaus“ oder tranken
eine Tasse Kaffee am Plazza Duomo. Um 12.15 Uhr fuhren wir weiter östlich
bis nach Tyndaris. Hier machten wir eine ausführliche Mittagspause,
was die meisten zum Mittagessen und einem kurzen Strandbesuch nutzten.
Um 15.45 Uhr fuhren wir weiter und machten um 16.30 Uhr einen Fotostop
in Messina oberhalb des Hafens. Hier hatten wir einen tollen Blick über
die Stadt und auf das Italienische Festland (Calabrien). Ab 17.15 Uhr
ging es weiter Richtung Catania. Da wir ausreichend Zeit hatten, verließen
wir ab Giarre die Autobahn und fuhren bis Catania die Küstenstraße.
Um 19.45 Uhr erreichten wir den Flughafen in Catania, wo wir uns von unserem
Fahrer Alfredo verabschiedeten. Auch ihm wurde herzlich für sein
freundliches und höfliches Wesen, aber auch für seine besonnene
(sizilianische) Fahrweise gedankt. Nachdem wir eingecheckt hatten (leider
sehr langwierig) verabschiedeten wir auch unsere Tagesreiseleiterin Pia.
Gegen 22.50 startete wir dann mit Flug Hapagfly 3470 und landeten pünktlich
um 1,00 Uhr in Frankfurt. Gegen 1.30 Uhr starteten wir den Rücktransport
der Fahrtteilnehmer in den Rheingau. Die Rüdesheimer, die bei solchen
Fahrten immer als letzte „von den Hunden gebissen werden“,
waren dann doch gegen 3.15 Uhr sicher zu Hause angekommen.
Und wieder einmal war eine schöne, interessante und ereignisreiche
Woche viel zu schnell zu Ende gegangen.
Eltville, den 11.06.2006
Fritz Derstroff
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