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Lehrfahrten |
Studienreise Südtirol vom 23.-29.05.2005 Fritz Derstroff, BRW Eltville e.V. Montag, 23.05.2005 Fahrt mit dem Bus (Fa. Schmidt, Hattenheim) ab 6.00 Uhr (Rüdesheim) mit 48 Teilnehmern. Nachdem in Hochheim alle Teilnehmer zugestiegen waren, fuhren wir dort pünktlich um 7.15 Uhr ab. Unterwegs legten wird 2 Pausen in den Raststätten Haidt und Vaterstätten ein. Ankunft in Leifers 17.15 Uhr, Einchecken im Hotel „Ideal“, gemeinsames Abendessen um 18.30 Uhr, anschließend zur freien Verfügung:
Nach dem Frühstück ab 7.00 Uhr fuhren wir um 9.15 Uhr mit dem Bus über Auer nach Tramin zum Weingut Hofstätter. Empfang durch den Geschäftsführer, Herrn Oberhofer und den Kellermeister, Herr Heindl, der uns auch durch den Betrieb führte. Das Weingut ist ein Familienbetrieb in der dritten Generation, hat 50 ha eigene Rebflächen – die sich in 6 Weingüter aufgliedern - und kauft die Ernte von ca. 30 ha zu. Rote und weiße Rebsorten werden je zur Hälfte angebaut. Im Hinblick auf die 50 ha Eigentumsfläche ist interessant, dass 1 ha Rebland (mit Aufwuchs) 500.000 bis 600.000 € !!!! kostet. Die höchsten Weinberge liegen auf einer Höhe von 800 m über NN. Die Jahresniederschläge liegen bei durchschnittlich 1900 mm. Im Jahre 2004 fielen allerdings lediglich 700 mm. Alle Anlagen werden bewässert (Tröpfchenbewässerung). Folgende Rebsorten werden angebaut: Vernatsch, La-grein, Merlot, Cabernet Sau-vignon, Syrah, Malbec, Bl. Spätburgunder, Petit Verdot, Riesling, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder und Gewürztraminer. Die Erträge liegen bei den Basisqualitäten bei 8 – 9 t/ha und Chardonnay, Gewürztraminer und Pinot noir bei 5 t/ha. 60 bis 70 % der Ernte wird in Italien vermarktet. Hauptexportland ist die USA mit 15 %, der Rest geht überwiegend nach GB und Japan. Die Traubenpreise für den Zukauf werden über die Fläche gebildet. Durchschnittlich werden 2,00 bis 2,50 € bei 6 – 7 t/ha gezahlt. Demnach liegt die Marktleistung zischen 12.000 und 17.500 €/ha. Die Fassweinpreise liegen zischen 1,80 und 3,50 €/l. Die Preistendenz ist bedingt durch die hohen Erträge 2004 fallend. Die DOC-Regelung gestattet für Riesling 11 bis 11,5 t Ertrag/ha. Bei Erträgen über 11 und bis 11,5 t/ha dürfen 11 t als DOC der Rest als Tafelwein vermarktet werden. Bei Erträgen über 11,5 t wird die gesamte Partie als Tafelwein abgestuft. Eine Qualitätsweinprüfung wird ähnlich wie in D. durchgeführt. Es ist eine Fass- und Flaschenweinanstellung möglich. Die Durchführung obliegt der Handelskammer. Die Rotweine werden im Weingut Hochstädter i.d.R. erst 3 Jahre nach der Ernte vermarktet, d.h., zur Zeit wird der 2001er verkauft. Die „Riserva“ Regelung schreibt mindestens 2 Jahre vor.
über NN; Cuvé 70% Weißburgunder, 25% Chardonnay, 5% Riesling und Chardonnay; Säure 5,8 g/l. Restz. 3,0 g/l, Preis 8,90 €/Flasche 2) 2003 Gewürztraminer, Weingut KolbenhofSäure 4,8 g/l. 14,5% Vol., Preis 14,00 €/Flasche, Ertrag 5 t/ha 3) 2001 Oinot nero riserva, Weingut Barthenaus 14,0% Vol., Preis 18,00 €/Flasche 4) 2000 Lagrein Weingut Steinraffler, 13,5% Vol., alte, autochtone Rebsorte
Herr Sanin zeigte uns zuerst die Rebanlagen, die sich überwiegend in unmittelbarer Nähe des Weingutes befinden. In der Kellerei erläuterte er uns die Mostbehandlung und den Weinausbau. Alle Weine werden mit Reinzuchthefe vergoren. Die Weißweine vergären ca. 10 – 14 Tage bei 18 – 22 °C und werden mit 12 °C kaltem Wasser gekühlt. Die Rotweine vergären bei ca. 30 °C. Die Farbgewinnung erfolgt im Überschwallverfahren oder in Gärtanks mit Unterstoßern.
Mittwoch, 25.05.2005 Nach dem Frühstück ab 7.00 Uhr Fahrt mit dem Bus um 9.15 nach Kaltern zum Weingut Manincor. Empfang durch Herrn Graf Goess-Enzenberg (Dipl. Ing Weinbau, Geisenheim) Familie Enzenberg hat das Weingut 1977 von einer verwandten Familie gekauft. Die Rebfläche beträgt 45 ha. Bis 1991 waren sämtliche Flächen mit Vernatsch bepflanzt. Davon sind bis heute 43 ha gerodet und mit anderen Rebsorten bepflanzt. Zur Zeit werden jährlich 110.000 Flaschen Wein verkauft. Das Produktions- und Vermarktungsziel in 10 Jahren beträgt 300.000 Flaschen.
2) 2004 Réserve della Contessa (Weißburgunder und Chardonnay) 13,0% Vol., Preis 8,90 €/Flasche 3) 2004 Kalterersee Classico Superior (Vernatsch) 12,0% Vol., mit Glasverschluss verschlossen 4) 2003 Réserve del Conte (Cabernet Sauvignon, Merlot, Lagrein, Vernatsch) 13% Vol., 9,40 €/Flasche 5) 2002 Cassiano (Cabernet Sauvignon, Merlot, Tem-pranillo), 13,5% Vol., 17,00 €/Flasche, 18 Monate Barrique
2) 2004 Gewürztraminer, Preis 9,00 €/Flasche 3) 2001 Blauburgunder, Preis 14,00 €/Flasche 4) 2002 Lagrein; Preis 12,00 €/Flasche
Anschließend wurden wir über die Forschungsschwerpunkte informiert: Be-wässerung (Zeitpunkt und Mengen); Essigfäule (lockerbeerige Klone insbesondere bei Burgundersorten); Ertragsreduzierung (Gibberelline etc.); Rot-weinsorten (Eignung für Standorte über 600 m NN)
Ab 7.00 Uhr Frühstück, Abfahrt 9.00 Uhr nach Meran. Stadtrundfahrt über Obermais und Schenna, Hl. Geist Kirche (auch Spitalkirche), Kaiserin Sissi Denkmal, St.- Georgs Kirche, Schloss Winkel, Gärten von Trauttmannsdorf, Schloss Tirol, Schloss Schenna. Ende 11.30 Uhr, anschließend freie Verfügung bis 13.00 Uhr, Fahrt nach Vahrn, Ankunft 14.15.
Das Kloster wurde 1142 vom Bischof von Brixen gegründet. Besitzer und Betreiber sind die Augustiner Chorherren. In Neustift werden ca. 3 ha Weißweinsorten angebaut. Die Rotweine werden in Girlan im Markelhof produziert. Daneben werden 700 ha Wald und zwei landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet. Das Kloster ist eine touristische Attraktion. Jährlich besuchen 200.000 – 300.000 Personen das Kloster. 60.000 Besucher nehmen an Führungen teil. Begrüßt wurden wir im ältesten Teil des Klosters, dem Weinkeller aus dem Jahre 1142. Die Weinberge in Neustift liegen zwischen 600 und 900 m über NN. Es gibt große Probleme mit Winterfrösten, insbesondere im unteren Hangbereich. Angebuat werden 1 ha Müller-Thurgau, 1 ha Silvaner, der Rest verteilt sich auf Kerner, Grauburgunder und Grüner Veltliner. Von den umliegenden Winzern wird die Ernte von ca. 50 ha zugekauft. Die Geschäftsbeziehung ist eine Art der Genossenschaft. Bei Erträgen von 8-9 t/ha werden zwischen 1,50 und 2,50 €/kg ausgezahlt. Die Auszahlungspreise sind extrem qualitätsorientiert. Bei niedrigen Qualitäten gibt es starke Preisabschläge, d.h., die Marktleistung steigt mit sinkenden Erträgen. Die Jahresproduktion beträgt ca. 500.000 Flaschen, wovon ca. 25% direkt ab Kloster vermarktet werden können. 60% werden über ein Händlernetz in Italien vertrieben und der Rest exportiert.
2) 2004 Silvaner Neustift 13,5% Vol., Preis 6,50 € 3) 2004 Kerner Neustift 14% Vol., Preis 7,50 €. 4) 2003 Blauburgunder Markelhof 13,0 % Vol. Alk., Ertrag 50 hl/ha 5) 2002 Lagrein Riserva 13,5%Vol. Die Trauben stammen aus dem Bereich Bozen aus einer Lage mit hohem Energiegenuss.
Rückfahrt gegen 17.00 Uhr, 19.30 Uhr gemeinsames Abendessen im Hotel. Anschließend wie gehabt: Treffpunkt 5. Stock. Freitag, 27.05.2005 Abfahrt 9.15 Uhr nach Tramin. Führung in der Brennerei Roner um 10.00 Uhr. Der erste Teil der Führung (Grappaproduktion) wurde durch den Betriebsleiter, Herrn Oberhofer, durchgeführt. Pro Jahr werden insgesamt 1,5 Mio. Flaschen abgefüllt. Während der Saison wird 24 Std. destilliert. Dabei können 250 Doppelzentner verarbeitet werden, woraus ca. 1700 l 75%iges Destillat gewonnen wird. Die Ausbeute bei den Weißweintrestern beträgt 3,5-4%, bei den roten Sorten 6% reiner Alkohol. Die Winzer sind verpflichtet von 100 kg Trauben 30 kg Trester abzuliefern. Je 100 kg Trester werden 6-7 €, bei sortenreinen Trestern 15-20 € gezahlt. Für die Grappaherstellung ist der Zusatz von 30% Weinhefe erlaubt. Die Alkoholsteuer beträgt 716 €/100 l RA und ist 30 Tage nach der Abfüllung abzuführen.
12.30 Uhr Fahrt zu den Montigler Seen. Hier bestand bis 15.00 Uhr die Möglichkeit, zu Wandern, zu Baden oder eines der Restaurants aufzusuchen. Anschließend Fahrt nach Magreid zum Weingut Lageder. Hier konnten wir einen Blick auf die imposanten Wirtschaftsgebäude werfen, wonach wir in der Ortsmitte die Vinothek des Weingutes besuchten. In einer kleinen Weinprobe (Müller-Thurgau, Gewürztraminer, Goldmuskateller und Lagrein) konnten wir einen Überblick über das Weinangebot gewinnen. Anschließend besichtigten wir den wunderschönen Barique-Keller. 17.30 Uhr Abfahrt zum Hotel, 19.30 Uhr gemeinsames Abendessen. www.lageder.com - info@lageder.com Samstag, 28.05.2005 Abfahrt 9.15 Uhr nach Bozen. 10.00 bis 12.00 Stadtführung Bozen. Von 12.00-16.00 Uhr zur freien Verfügung. Um 16.30 Uhr Rückfahrt zum Hotel, 19.30 Uhr gemeinsames Abendessen. Anschließend Abschlussfeier im 5. Stock und Verkostung der „übrig gebliebenen Weinbestände“.
Ab 6.00 Uhr Frühstück, um 7.00 Uhr beladen des Busses. Abfahrt pünktlich um 7.30. Dank unseres hervorragenden Fahrers, Herrn Voss, kamen wir gegen 17.30 in Hochheim an und haben dann in den einzelnen Ortschaften die Reiseteilnehmer „entlassen“. Damit ging wieder einmal viel zu schnell eine interessante Woche zu Ende, an die sich viele von uns noch lange gerne zurück erinnern werden.
Fritz Derstroff |